Die Bahn rechnet damit, dass Stuttgart 21 nun im Dezember 2031 den Betrieb aufnimmt. Der Start für den neuen Tiefbahnhof verschiebt sich damit um genau fünf Jahre. Das haben Bahnvertreter Teilnehmerkreisen zufolge im Verkehrsausschuss des Bundestages erklärt.
Wie so oft hängen die Probleme bei S21 mit dem Digitalen Bahnknoten zusammen. Erstmals soll ein gesamter Knoten digitalisiert werden: Die Strecken und Züge werden mit dem European Train Control System (ETCS) ausgestattet und von einem digitalen Stellwerk gelenkt. In dieser Kombination ist das ein Pilotprojekt. Doch vor vier Jahren stellte die Bahn fest: Im Randbereich des Bahnknotens fahren noch jahrelang Güterzüge ohne ETCS. Dort braucht es neben der digitalen Technik herkömmliche Signale. Dafür musste die Bahn kilometerweise zusätzliche Kabel verlegen und Kabelschächte bauen. Allein zwischen Stuttgart-Bad Cannstatt und Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) sind es rund 1.200 Kilometer. Doch der Großteil der schon verlegten Kabel und gebauten Schächte passen nicht. Sie müssen getauscht werden beziehungsweise werden gerade getauscht.
Das Zusammenspiel zwischen der Bahn, dem Hersteller der digitalen Stellwerkstechnik und den Baufirmen soll schief gelaufen sein. Normalerweise läuft der Bau eines Bahnknotens so ab:
Dieser Ablauf ist wohl nicht eingehalten worden. Noch bevor die Planungen abgeschlossen waren, hat die Bahn das Verlegen von Kabeln in Auftrag gegeben. Streckensperrungen waren eingerichtet, Baufirmen beauftragt. Hätte man diese Gelegenheit nicht genutzt, wäre das S21-Projekt erheblich in Verzug gekommen: Man hätte wieder neue Streckensperrungen einrichten müssen.
Quelle SWR